Mr. T. - Pt. 2

01:53:00

Es brachte mich vollkommen aus dem Konzept. Nicht Stück für Stück, sondern es traf mich schlagartig. Warf mich aus der Bann.

 Ich musste heftig schlucken.
Die Tränen, die hoch kamen, wegblinzeln.

Darauf war ich nicht gefasst gewesen. Damit hatte ich nicht gerechnet. Nicht jetzt. Dafür war es noch viel zu früh. Am liebsten hätte ich um mich geschlagen, es nicht wahr haben wollen. Ich konnte nicht anders, egal wie oft ich mir sagte, dass es das beste ist, es einfach zu ignorieren, konnte ich es nicht und reagierte prompt darauf. Alle Emotionen kochten in mir über. Da war immer noch Verletztheit, Wut und auch immer noch etwas, was ich selbst jetzt nicht erklären konnte.
 
Es warf mich nicht nur aus der Bann, es warf mich zurück. Nicht ein Stück, meilenweit. Gerade geglaubt, dass ich einfach weiter machen könnte, so wie bisher. Das ich etwas Neues wagen könnte. Doch diesen Gedanken, diesen Wunsch daran, musste ich, wohl oder übel, verwerfen, denn das war nicht so. So einfach war das alles dann doch nicht.

Ich schluckte wieder.

Fragte mich, wieso das alles so ist, wieso es dazu kam und mich immer noch so beschäftigt, mitnimmt und vor allem so werden lässt wie eben. So voller Emotionen. Diese wieder aufsteigenden Gefühle in mir. Verletztheit, Wut und dieses Gefühl, was ich nicht erklären kann.
 
Das war nicht ich. Ich erkannte mich nicht wieder. Klar sicherlich gab es den einen oder anderen Moment, wo ich mich wie der letzte Depp auf Erden benommen habe, doch immer noch nicht so. Ich hatte es doch akzeptiert, dachte ich. Oder glaubte ich zumindest.


Langsam schüttelte ich mit dem Kopf, so als ob ich damit auch sämtliche meiner Gedanken abschütteln könnte.
Ein Versuch war es wert gewesen.
Zuckte mit den Schultern.
Und schluckte wieder als mich der nächste Schlag traf.
Textete noch im selben Moment zurück.

Was sollte das? Stopp. Das war nicht ich. Ich musste damit aufhören. So war ich nicht und so eine Frau will ich nicht im geringsten sein.

Ich legte das Handy beiseite.
Flugmodus.

 
Er hatte es wieder einmal geschafft. Ohne das er überhaupt etwas sagen brauchte. Das, was er tat, hat schon ausgereicht. Das Fass zum überlaufen gebracht.

Ich legte den Kopf zurück, schloss meine Augen.
Ging in mich.
Versuchte runter zu fahren, abzuschalten.

Ich musste damit aufhören. Das war das, was fest stand. Schluss, ein für alle mal. Beschlossene Sache. Ich werde nicht weiter daran denken, darüber grübeln. Ich werde weiter machen, aber nicht so wie bisher. Ich werde es wagen vollkommen Neues zu starten. Vielleicht nicht vergessen, ihm innerlich verzeihen, wenn ich dazu im Stande war. Aber es gab kein zweiten Anlauf. Nicht für uns. Ein uns, welches es nie gab. Er würde keine zweite Chance bekommen, keine dritte. Verdammt. Verletztheit, Wut und dieses Gefühl, was ich nicht erklären kann. Schluss. 

Abschied. Ein für alle mal.

Ich textete ihm noch ein letztes Mal.
Und fühlte mich danach befreit, erleichtert und gut.

Vor allem aber fühlte es sich richtig an, endgültig. 

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