Mr. T.

00:57:00

Du warst da. Aber nie vollkommen. Nie richtig. Hast mich auf Abstand gehalten. Mich nicht nah genug an dich ran gelassen. Immer eine Armlänge von dir. Geschwiegen. Und das viel zu oft. Worte zu wählen, war die ganze Zeit über nicht deine Stärke. Oder du hast lieber zu gehört und hast deshalb so wenig gesprochen, gesagt was los ist. Ich weiß es nicht. Werde es nie wissen. Und du weißt so vieles nicht über mich. Wirst es nie wissen.  
 
Und ich weiß, dass ich mit dir nicht glücklich werden würde. Dass das mit uns nicht funktioniert. Nicht funktionieren wird. Nicht heute. Nicht morgen. Und das ist auch besser so. Für den Moment hast du mir gegeben, wonach ich suchte. Was ich brauchte. Aber auf Dauer? Aussichtslos. Es war eine Illusion, dass du das bist, wonach ich suche. Das du mir gut tust. Eine surreale Vorstellung, dass es klappen könnte. 


Und so musste es schlussendlich passieren. Das Ende war abzusehen. Das wussten wir beide. Du wohl eher als ich. Doch ich brauche keinen Mann, der nicht damit klar kommt, wenn ich meinen Mund aufmache. Sage, was ich denke. Was mich stört. Oder belastet. Ich brauche einen Mann, der sich Zeit nimmt. Für mich. Wegen mir. Der sich auch die Zeit nimmt, mich zu verstehen. Nicht nur um meine Worte zu hören. Jemand, der mich festhält und weiß, was er damit tut. Welche Gefühle er in mir auslösen kann, wenn er will. Der mich so nimmt wie ich bin und nicht deswegen aufgibt, weil ich an manchen Tagen kompliziert bin, das gebe ich zu. Oder weil ich Ehrlichkeit so schätze.

Doch du fehlst. Jede Nacht. Vielleicht ist es auch nur diese Nähe, diese Wärme, die mir fehlt. Ich vermisse es, gehalten zu werden während ich schlafe. Ich vermisse es, jemanden zu halten bis er eingeschlafen ist. Vielleicht liegt es auch gar nicht an dir. Vielleicht vermisse ich auch bloß irgendjemanden. Oder die Vorstellung wie schön so etwas sein kann, wenn es echt ist. Wenn es etwas Ernstes ist. Oder werden kann.

Das mit dir war nicht echt. Nichts Ernstes. Wird es auch nie sein. Vielleicht auch gut so. Doch diese Sache mit uns beiden war nicht umsonst. Das, was wir hatten, hatten wir nicht ohne Grund. Das mit dir hat mich etwas gelehrt. Ich habe mich selbst noch einmal besser kennen gelernt und dafür sollte ich dankbar sein. Dafür, dass du mich vorangebracht hast, ohne es zu wissen. Dafür, dass du mich daran erinnert hast, was ich doch eigentlich will, wonach ich wirklich suche, ohne das du das mitbekommen hast. Du weißt so vieles nicht über mich. Wirst es nie wissen.

Bildquelle: hier

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